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    Politische Unterstützung: Bund


    Fördermittel des Bundes mit Relevanz für die Industrielle Biotechnologie werden im Wesentlichen von folgenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt:


    Als ein nationales Gesamtkonzept versammelt die „Hightech-Strategie 2020“ die wichtigsten Mitwirkenden des Innovationsgeschehens hinter einer gemeinsamen Idee. Zugleich Nachfolger der „Hightech-Strategie 2010“ führt die „Hightech-Strategie 2020“ zentrale Zukunftsprojekte, wie z. B. Nachwachsende Rohstoffe als Alternative zum Erdöl oder die CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt weiter, und formuliert außerdem neue Bedarfsfelder, wie z. B. Klima und Energie. 

    Die Hightech-Strategie vereint verschiedenste Programme, Strategien und Initiativen unter sich:

    • Um nötigen Handlungsbedarf bei der Förderung des Technologietransfers und innovativer F&E-Projekte aufzuzeigen und zu präzisieren, wurden von der Bundesregierung verschiedene Stellen beauftragt, Gutachten zu erstellen. Sie sollen über Empfehlungen zukünftigen Forschungsbedarf ermitteln, die Entwicklung von Technologien und Methoden beschleunigen und Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Wissenschaft verbessern. Beispiele: Die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) bringt seit 2008, und daraufhin jedes Jahr neu, ein Gutachten zur „Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit“ Deutschlands heraus. Daneben wurde 2009 der BioÖkonomieRat gegründet, der ebenfalls Empfehlungen auf ebendiesem Gebiet aussprechen soll. Des Weiteren beauftragte das BMWi 2010 das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Umsetzungsmöglichkeiten des Leitmarktes „Biobasierte Produkte“ für Deutschland auszuarbeiten.
    • Das „Rahmenprogramm Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten“ war der Vorgänger der nachfolgend aufgeführten Forschungsstrategie.
    • Die „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ der Bundesregierung (veröffentlicht von BMBF und BMELV) hat ein Gesamtfördervolumen von 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon sollen rund ein Drittel (ca. 800 Millionen Euro) im Bereich industriell-stoffliche Nutzung investiert werden. Hier spielt insbesondere die Industrielle Biotechnologie eine wesentliche Rolle, um neue Wege für den Einsatz biologischer Ressourcen in der Wirtschaft voranzutreiben. 1,1 Milliarden Euro sind für die Ernährungsforschung und ca. 511 Millionen Euro für die Erforschung der energetischen Nutzung von Biomasse vorgesehen.
    • Der Strategieprozess „Biotechnologie 2020+ - Nächste Generation biotechnologischer Verfahren“ verfolgt das Ziel, Biotechnologie und Ingenieurskunst noch stärker als bisher zu verzahnen, um ganz neue Produktionsverfahren zu entwickeln oder bestehende Methoden zu verbessern. Die vier größten außeruniversitären Forschungsorganisationen Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft haben sich 2010 in einem gemeinsamen „Memorandum of Understanding“ zur aktiven Unterstützung des Strategieprozess bekannt.
    • Das Programm „Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft – WING“ fasst klassische Materialforschung mit der Forschung zu chemischen Technologien und der werkstoffspezifischen Nanotechnologie zusammen.
    • Im Rahmenkonzept „Forschung für die Produktion von morgen“ sollen grundlagenorientierte Ergebnisse aus Forschungsgebieten wie Informationstechnologie, Nanotechnologie, neue Werkstoffe oder Mikrosystemtechnik entsprechend dem Bedarf der industriellen Produktion aufgegriffen werden. Gefördert werden u. a. Projekte, welche ganzheitliche und nachhaltige Lösungen für Produktionssysteme erforschen und zugleich die Zusammenarbeit zwischen Industrie und verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen vertiefen.
    • Das „6. Energieforschungsprogramm/Grundlagenforschung Energie 2020+“ unterstützt die Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung, mit dem Fokus, energiebezogene Grundlagenforschung mit anwendungsorientierten Arbeiten zusammen zu bringen.
    • Der Zweck des „Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ (EEG) ist, eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen. Dabei sollen die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung verringert, fossile Energieressourcen geschont und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien gefördert werden.


    Innerhalb der oben genannten Programme und Strategien wurde eine große Anzahl von Fördermaßnahmen ins Leben gerufen, von denen folgende direkt oder indirekt für die Industrielle Biotechnologie relevant sind:

    • Im Jahr 2007 wurden insgesamt fünf Sieger der BMBF-Initiative „BioIndustrie 2021 - Entwicklung neuer Produkte und Verfahren in der industriellen Biotechnologie“ prämiert, u. a. auch das damalige Netzwerk der BioM WB. Das Ziel der mit insgesamt 60 Millionen Euro geförderten, auf fünf Jahre ausgelegten Initiative ist, Innovationspotenziale mittels selbstorganisierter Netzwerke zu nutzen und zu verstärken. Zusätzlich sollen Möglichkeiten für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Landes erschlossen werden.
    • Als erste Fördermaßnahme der neuen „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" startete im April 2011 die „Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie“. Unter Führung der Wirtschaft sollen strategische Allianzen das Potenzial der Industriellen Biotechnologie für den Klima- und Ressourcenschutz anheben. Im Vordergrund stehen hierbei Vorhaben, die petrochemische Verfahren und Produkte durch biotechnologische Verfahren und biobasierte Erzeugnisse ersetzen. Das BMBF beabsichtigt für die "Innovationsinitiative industrielle Biotechnologie" bis zu 100 Millionen Euro über fünf bis zehn Jahre bereitzustellen.
    • Ziel der Förderung „Basistechnologien für eine nächste Generation biotechnologischer Verfahren“ ist die Entwicklung der Grundlagen für neuartige, heute noch nicht realisierbare Verfahren. Nicht bereits heute bekannte Produktionsverfahren sollen weiterentwickelt, sondern neue, originelle und risikoreiche Forschungsansätze unterstützt werden.
    • Mit dem Thema „Materialien für eine ressourceneffiziente Industrie und Gesellschaft – MatRessource“ fördert das BMBF Forschungs- und Entwicklungsprojekte, welche zur Erhöhung der Ressourceneffizienz beitragen; sei es über eine effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen, eine Erhöhung der Materialeffizienz oder über eine Lebensdauerverlängerung von Bauteilen und Anlagen.
    • Mit dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ unterstützt das BMELV Projekte, die Nachwachsende Rohstoffe (pflanzlichen und tierischen Ursprungs) außerhalb des Ernährungsbereiches stofflich oder energetisch nutzen. Zweck des Programms ist es, einen Beitrag für eine nachhaltige Rohstoff- und Energiebereitstellung zu leisten, die Umwelt durch Ressourcenschutz und CO2-Emissionsverminderung zu entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Land- und Forstwirtschaft zu stärken.
    • In der Fördermaßnahme „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz - Chemische Prozesse und stoffliche Nutzung von CO2“ werden Projekte unterstützt, die den Rohstoff- und Energieeinsatz in ressourcenintensiven Wirtschaftsbereichen, wie z. B. der Chemischen Industrie, optimieren und gleichzeitig zur Emissionsminderung von Treibhausgasen beitragen.
    • Mit der Initiative „BioEnergie 2021 - Forschung für die Nutzung pflanzlicher Biomasse“ sollen moderne, grundlagenorientierte, sowie ganzheitliche Forschungsansätze für die energetische Nutzung von Biomasse verfolgt, und somit eine geringere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffträgern erreicht werden.
    • Das Ziel der Förderinitiative „BioProFi - Bioenergie - Prozessorientierte Forschung und Innovation“ ist es, durch innovative Projekte aus dem Bereich der Grundlagenforschung neue und weitergehende Impulse zur Nutzung und Verwertung von Biomasse zu geben. Es soll die Wissensbasis geschaffen werden, um bestehende Technologien verbessern zu können und neue Prozessketten zu ermöglichen.


    Darüber hinaus existieren themenoffene Fördermaßnahmen für die Innovationsförderung und den Technologietransfer:

    • Das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand – ZIM“ des BMWi ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm. Es soll die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen unterstützen und damit einen Beitrag zum Wachstum der Unternehmen leisten.
    • Das BMBF verfolgt mit der Fördermaßnahme „KMU-innovativ“ in verschiedenen Technologiefeldern das Ziel, Forschungs- und Entwicklungsprojekte von KMUs zu unterstützen, die u. a. auf dem Gebiet der Biotechnologie tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld durch den Einsatz von Biotechnologie erweitern wollen. Dabei sollen Risiken für innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekte abgemildert, die Kooperation von Unternehmen miteinander und mit Großunternehmen sowie mit akademischen Gruppen verstärkt und der Technologietransfer beschleunigt werden.
    • Mit der Fördermaßnahme „Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP“ des BMBF soll das deutsche Innovationssystem gestärkt, und Innovationslücken zwischen akademischer Forschung und wirtschaftlicher Anwendung geschlossen werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen wirtschaftlichen Einsatz der wissenschaftlichen Ergebnisse.
    • Forscherteams der Lebenswissenschaften können mit vielversprechenden Gründungsideen beim Wettbewerb „Gründungsoffensive Biotechnologie - GO-Bio“ des BMBF teilnehmen. Gefördert werden Teams aus den Lebenswissenschaften in der Vorgründungsphase.
    • Der „EXIST-Forschungstransfer“ des BMWi unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwendigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Dabei werden sowohl Projekte zum Nachweis der technischen Machbarkeit forschungsbasierter Gründungsideen als auch notwendige Vorbereitungen für den Unternehmensstart gefördert.
    • Der „High-Tech Gründerfond“ stellt technologieorientierten Unternehmensgründungen das nötige Startkapital zur Verfügung und sorgt für die notwendige Betreuung und Unterstützung des Managements beim Unternehmensaufbau. Vielversprechende Forschungsergebnisse, eine innovative, technologische Basis und eine chancenreiche Marktsituation bilden die Grundlage für eine Beteiligung. Fond-Investoren (neu seit 2011) sind das BMWi mit rund 220 Millionen Euro, die KfW-Bankengruppe mit 40 Millionen Euro und zwölf Industrieunternehmen (ALTANA, BASF, B. Braun, Robert Bosch, CEWE Color, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Qiagen, RWE Innogy, Tengelmann und Carl Zeiss) mit 28,5 Millionen Euro. (Gesamt 288,5 Millionen Euro.)
    • Das Förderprogramm „SIGNO - Schutz von Ideen für die gewerbliche Nutzung“ des BMWi unterstützt Hochschulen, Unternehmen und Erfinder bei der rechtlichen Sicherung und der wirtschaftlichen Verwertung ihrer innovativen Ideen. SIGNO fördert den Technologietransfer durch die effiziente Nutzung von geistigem Eigentum.

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    Stand: Januar 2012

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